Offenbach mit der Führung durch Luca Metz, dann technische Fehler, vier Gegentore in zwei Minuten. Erste, zweite Welle, Trainer Michael Übel nimmt die Auszeit, weil seine Mannschaft überhaupt nicht ins Spiel kommt. Dass es so nicht weitergehen wird wussten die Westpfälzer. „Erstens gibt es für uns keine leichten Spiele und in Offenbach sowieso nicht“, so Trainer Martin Schwarzwald, der einen sich aufbäumenden Gegner sah, der das Spiel zum 6:5 drehte (12.). „Wir haben das in dieser Phase gut gemacht, gehen ins Eins-gegen-eins und mit Druck auf die Abwehr“, analysierte Rückraumspieler Andreas Benz. Aber Zweibrücken nahm den Kampf an, stellte wieder auf 7:11 (22.). Nils Wöschler zeigte einmal mehr, warum er zu den Besten der Liga gehört. Er überzeugte als Torschütze aus dem Spiel, beim Strafwurf und als Vorlagengeber in Positionsangriff und Tempospiel. „Wir haben das Tempospiel durchgezogen und damit einige leichte Tore erzielt“, so Wöschler, der es als seine Aufgabe ansieht, in diesen Spielsequenzen Verantwortung zu übernehmen: „Klar, ich bin ja schon länger dabei und muss dann vorangehen, wenn es eng ist.“
Sie konnten sich aber nicht entscheidend absetzen. Als seine Mannschaft einen weiteren Angriff nicht konsequent durchspielte, feuerte er die Grüne Karte zur Auszeit auf den Zeitnehmertisch und handelte sich eine Zeitstrafe ein. „Ich hatte das Gefühl, dass wir das Spiel emotional verlieren und wollte einen Impuls setzen. Dass ich da übers Ziel hinausgeschossen bin war mir gleich klar, da muss ich mich im Zaum halten und die Zeitstrafe war natürlich absolut gerechtfertigt“, gab sich Schwarzwald realistisch.
Dass seine Mannschaft aus dem 12:15-Halbzeitstand nach 40 Minuten ein 15:21 machte, war auch wieder nachlässigen Offenbachern geschuldet. Dennoch: Sie zeigten sich äußerst ballsicher, machten kaum Fehler und hatten mit Norman Dentzer, der lange in Offenbach spielte, einen Torwart, der zunehmend seinen Kasten vernagelte. Als Wöschler mit einem seiner neun Tore das 21:29 erzielte war das Spiel gelaufen. Dass es nach 52 Minuten nochmal enger wurde als es beide Lager für möglich hielten, lag auch an Wöschler, der beim 24:29 einmal mehr die Nerven verlor. Nach einem Foul von Sebastian Mohra schlug er nach ihm und bekam die Rote Karte. „Ein Gerangel, wie es öfter im Spiel passiert. Ich habe mich da leider nicht im Griff. Das darf mir einfach nicht passieren“, so Wöschler, dessen dicke Lippe von teilweise harten Zweikämpfen zeugte. Näher als 26:30 durch Noah Heichel kam Offenbach nicht mehr ran (57.). Zweibrücken war einfach zu abgezockt. Stephan Jahn fand mehrmals die Lücke in der Offenbacher Abwehr und erzielte 13 Tore.
„Jedes Mal, wenn wir näherkommen können, machen wir zu viele Fehler und das Spiel haut uns wieder ab. Aber ich bin über weite Phasen des Spiels ganz zufrieden, weil wir es in der Abwehr lange gut gemacht haben“, konstatierte Michael Übel. Andreas Benz, mit elf Toren bester Offenbacher, sah es ähnlich: „Wir waren lange in Schlagdistanz. Mit den vielen Fehlern holt man gegen so eine Mannschaft aber halt nichts.“ Martin Schwarzwald zeigte sich erleichtert: „Wir wussten, dass wir einen Gegner haben, der sein Herz in die Hand nimmt und alles raushaut. Es tut mir unendlich leid für die Offenbacher, dass die Saison so läuft wie sie läuft. Hier ist immer eine geile Stimmung und ich wünsche der Mannschaft und Michael alles Gute.“
Der TVO: Geiger, Jendrsczok – Benz (11), Metz (6), Sebastian Mohra (3), Heichel, Kunz (je 2), Klein, Philipp Mohra (je 1), Dotterweich, Jagenow, Michel, Luca Pabst, Linus Pabst.
(Dennis Bachmann)












